Bücher 2018-03-08T15:19:58+00:00

Bücher

Schreiben ist Leidenschaft

Als Physiker und Erfinder bin ich auf  interessante Ideen für den Umgang mit sich selbst und Anderen gekommen. Hier sind ein paar davon.

2008

2015

2017

2019


Seien Sie gespannt

Kopf und Bauch: Ein Team!: Erfolg und Lebensfreude

Taschenbuch – 23. März 2017

Wolfgang Issel ist Diplomphysiker und betreibt ein Ingenieurbüro für technische Neuentwicklungen. In diesem Buch bietet er eine praktische Orientierungshilfe, wie man trotz Alltagsstress und anderer Probleme zu einer ausgeglichenen Seelenlage kommt. Mit seinem Modell zeigt der Autor, wie das Gehirn unser Verhalten bestimmt, warum wir in einer Situation so und nicht anders handeln: Erkenntnisse, die bereichern und das Leben erfolgreicher machen. Von zentraler Bedeutung im Buch ist der seelische Pegelstand, die Bilanz aus seelischen Abflüssen durch Belastung und Zuflüssen durch Erfolge. Dieser Pegelstand entscheidet darüber, ob der Kopf mit seiner Vernunft oder der Bauch mit seinen elementaren Impulsen die Oberhand gewinnt. Ziel ist es, diesen Widerstreit zugunsten einer Kooperation von „Kopf“ und „Bauch“ aufzulösen und beide zu einem Team zusammenzubringen. Das Buch zeigt mit vielen Beispielen, wie sich eine positive Gefühlslage erreichen lässt, die sich positiv auf Leistung und Lebensgefühl auswirkt. Das Modell erklärt unter anderem Verhalten unter Stress, Flucht in Opferrollen, Glaube an eine höhere Instanz, Ideologien, Kriminalität und Terrorismus aber auch, wann und wie der Mensch über einen freien Willen verfügen kann.

Gebunden

22,80

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14,80

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4,99

Die unterschätzte Macht der Seele: Eine neue Sicht auf Seele und Körper

Taschenbuch – 3. Juni 2015

Zu erbringender Aufwand wird als Minderung, daraus erwachsender Erfolg als Zufluss dieses Pegels empfunden.

Der sich aus dieser Bilanz ergebende seelische Pegel bestimmt, welche Schichten der Persönlichkeit – vom Urinstinkt bis zur höchst entwickelten Stufe der Menschlichkeit – zur Verhaltensberechnung herangezogen werden.

Bei sinkendem seelischen Pegel werden soziale Aspekte immer weniger berücksichtigt und die eher egoistischen überwiegen – bis hin zur Gewaltanwendung.

Dieses Modell bietet einen leicht nachvollziehbaren Erklärungsansatz und zeigt, dass die Gefühlslage von dominierender Bedeutung für das tägliche Leben und die Gesundheit ist.

Neben einem Überblick über das Entstehen der verschiedenen Verhaltensweisen, wie Aggression oder die Flucht in eine Opferrolle, erklärt das Modell, wie der Glaube an eine höhere Instanz zustande kommt und wann der Mensch über einen freien Willen verfügen kann.

Außerdem gibt der Autor praktische Orientierungshilfe, wie man den seelischen Pegel trotz Alltagsstress und anderen Widrigkeiten in einem ausgeglichenen Bereich hält.

Das Buch wendet sich an Menschen unterschiedlichster seelischer Lage mit dem Ziel, seelisches Abgleiten bei sich und Anderen frühzeitig zu erkennen, sofort dagegen zu steuern um wieder zur Ausgeglichenheit zurück zu finden.

Gebunden

21,99

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Zzorqqs Reise in die Seele: Wie ein Außerirdischer die Menschen erlebt…

Taschenbuch – 15. Juni 2008

Von der Königin seines Heimatplaneten Qqoor hat er den Auftrag bekommen, das fremde Leben auf der Erde zu erkunden und Nachricht zu erstatten. In Begleitung seines Bordcomputers ‚J’ macht sich Zzorqq auf den Weg, um dieser Aufgabe nachzukommen. Vor den beiden liegt ein riesiges Abenteuer:

Denn Zzorqq und seine intelligenten Mitbewohner auf dem Planeten Quoor, den Menschen geistig weit überlegen, haben sich nicht aus ehedem kleinen Säugetieren, sondern aus Ameisen entwickelt. Das sorgt für allerlei Verwirrung..

Ameisen sehen anders aus, pflanzen sich anders fort und denken und verhalten sich eben auch anders. Der Vergleich hat es in sich. Menschen, Emotionen, Liebe… die Erde ist für die Außerirdischen eine Welt voller Mysterien und Fragen, die es zu ergründen und zu beantworten gilt. Und nicht nur einmal werden die beiden von den Menschen, aber auch von sich selbst überrascht.

Taschenbuch

18,00

Kostenlose Leseproben

„SSSSSSSSSS!!“ein schneidendes Zischen, fast wie bei einer unvorsichtig geöffneten Pressluftflasche entfuhr plötzlich seinen harten Ameisenlippen und erfüllte auf einen Schlag die Pilotenkabine, als Zzorqqs hochmoderner Raumgleiter in eine steile Aufwärtskurve gerissen wurde. ‚Bang’! Ein kurzes, gleißendes Aufglühen um ihn herum und ein merkwürdig gedämpfter Anprall, als sei er unversehens in irgendein unsichtbares Trampolin hinein geflogen, das ihn tief einfedern ließ, um ihn dann um so schneller in aberwitzigen Drehfiguren wieder in den Weltraum zurück zu werfen.Seinem taumelnden Raumgleiter ähnlich wirbelten schnell wechselnde Gedanken nur so in seinem Denkschwanz herum: Ein geistiges Schutzschild der Erdenbewohner, womöglich? Als Barriere gegen mentale Eindringlinge wie ihn? Wo war denn oben und unten geblieben? In kaum unterdrückter Panik riss er an seiner Steuerkonsole alle Hebel, die er zu fassen kriegte, nach rechts, nach links, oben oder unten, drückte nacheinander und manchmal auch mit allen seinen sechs Fußhänden gleichzeitig so ziemlich alle Knöpfe, deren er in seiner drangvollen Eile habhaft werden konnte.Wie durch ein Wunder beruhigte sich die Bahn seines Raumschiffs plötzlich wieder und man könnte nun fälschlicherweise annehmen, sein blindwütiger Knopf- und Hebel-Aktivismus hätte solches bewirkt. Weit gefehlt! Höchstens zum Abreagieren seines überbordenden Schreckens war jenes chaotische Getue gut gewesen, doch die so schnell wiedererlangte Stetigkeit seiner Flugbahn hatte er – natürlich – seinem mehr oder weniger allwissenden wie – fast – allmächtigen Bordcomputer zu verdanken, der ihn nun mit stark verminderter Geschwindigkeit und in einem vorsichtigeren, da weit flacheren Winkel in die irdische Atmosphäre eintauchen ließ.Als einsamer und zweifellos auch ein bisschen naiver Außerirdischer, ganz alleine und viele hunderttausende von Lichtjahren von seinem Heimatplaneten Qqoor entfernt, wurde ihm die Schwierigkeit seiner Mission auf diesen einen Schlag geradezu schmerzlich bewusst: Wenn diese Kreaturen da unten, wer weiß wie, ihn bereits auf solche Entfernung zu schrecken vermochten, wie gefahrvoll musste es erst sein, mit ihnen in Kontakt zu treten, geschweige denn, ihr Verhalten zu studieren?Denn schon seit geraumer Zeit hatten die Qqoorer – wie übrigens die Erdenmenschen auch – versucht, mit riesigen Richtantennen irgendwelche intelligenten Signale, etwas halbwegs strukturiertes oder zumindest von der reinen Statistik Abweichendes aus dem Weltraum aufzufangen, doch Jahrzehnte- ja Jahrhunderte lang ohne jeden Erfolg. Nichts als entmutigendes, leeres Rauschen. Doch mit ganz neuartigen Relativitäts-Receivern, eines Tages von einem gewissen Zzweistein erfunden und in einem revolutionären Qqanten-Zeitsprung-Modus betrieben, brach so umgehend wie unversehens – einem brechenden Staudamm gleich – ein ungeheurer Schwall von Funksignalen über die Qqoorer herein. Als deren Ursprung ließ sich vergleichsweise mühelos ein sehr weit entfernter, sich um eine Sonne drehender, in einem lichten Blau schimmernder Planet ausmachen.Selbst für Funkwellen, die sich bekanntermaßen mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten, wäre die Entfernung eigentlich so riesig gewesen, dass sie womöglich hunderttausende von Jahren gebraucht hätten, um nach Qqoor zu finden. Erst der neu entwickelte Zeitsprung-Modus erlaubte es, die aufgenommenen Signale quasi rückverfolgend zur gleichen Zeit auf Qqoor aufzunehmen, wie sie von besagtem Planeten im Augenblick ausgesandt wurden. Auf einen Schlag war da ein mächtiges Tor zu geradezu revolutionären Erkenntnissen aufgestoßen.Kaum vorstellbar, von welch ungeheurer Wirkung die plötzliche Erkenntnis hätte begleitet sein müssen, von Stund‘ an im unendlichen Weltraum eben nicht mehr so ganz allein sein einsames Dasein fristen zu müssen. Hatten sich doch gänzlich neue Horizonte aufgetan mit der langersehnten Chance, mit womöglich geistverwandten Lebewesen in Kontakt zu treten. Ganz Qqoor wäre sicherlich in schiere Aufruhr geraten, man hätte vor lauter Freude Sondersendungen gebracht oder mit Macht die Trompeten geblasen, hätte man dort nur gewusst, wie man sich richtig aufregt.

Denn Emotionen waren leider, leider oder zum Glück, je nach Sichtweise, einem rechten Qqoorer weithin fremd. Niemand auf Qqoor regte sich über irgendetwas wirklich ernsthaft auf, ja es galt geradezu als unschicklich, wenn nicht gar verwerflich und unsozial, seinen so momentanen und im Grunde doch unbedeutenden und für andere lästigen inneren Regungen in irgendeiner Weise freien Lauf zu lassen. Irgendwie enttäuschend zwar, aber von innerem Aufwallen keine Spur. Supercoolen Gemüts und streng logisch in ihrer Vorgehensweise hatten die Qqoorer sich nichts desto trotz sofort mit größter Energie und Geistesschärfe an die Aufgabe gemacht, diese auf sie niederbrechende Flut an Informationen auf deren Inhalt und Bedeutung hin zu analysieren.

Langsam aufkeimende Bedenken ließen ihn die reichlich nichtssagenden Äußerungen seines Bordcomputers, ‚das mit den Remplern und dem Wellblech sei noch in der Analyse’ und‚ die da unten seien eben auch nur, wie sie seien‘, mehr oder weniger überhören, war sein Augenmerk doch nun voll ängstlicher Spannung der Frage gewidmet, welch physischer Gestalt diese geheimnisvollen, zwar des Funkens aber offensichtlich weniger des logischen Denkens mächtigen Lebewesen wohl wären.Auf einen weiteren Schrecken gefasst, entspannte er sich bereits bei den ersten, ihm in die Frontscheibe gespiegelten Bildern. Ließen diese ihn doch erkennen, dass die Menschen, wie sie sich selbst nannten, der Größe nach glücklicherweise ihm selbst glichen, arm- und fußseligerweise aber nur über zwei Arme und zwei Beine verfügten, während Denkschwanz und Fühler erstaunlicherweise gänzlich zu fehlen schienen.Zzorqq selbst indessen konnte man sich als eine Art große, aufrecht gehende Ameise vorstellen, mit hübsch funkelnden Facettenaugen und zwei höchst beweglichen, dekorativen Fühlern oben am Kopf. Der Körper fand sich mit drei Paaren von Armbeinen mit Handfüßen ausgestattet, die in beliebiger Kombination wechselweise die Funktion von Armen und Händen, Beinen wie Füßen wahrnehmen konnten. In der Oper beispielsweise, wäre es einem Qqoorer leichtgefallen, Beifall zu klatschen und zur gleichen Zeit mit den Füßen auf den Boden zu trommeln, ohne vorher das Programmheft in den Schoß legen zu müssen.Eine zugegeben skurrile Besonderheit stellte indes der Denkschwanz des Qqoorers dar. Dieser wurde stolz nach Art eines quasi hirnbestückten Eidechsenschwanzes getragen. Während die knochenstarre Wandung eines menschlichen Schädels, wie er bald herausfand, die lebenslange, weithin unbegrenzte Erweiterung des Gehirnvolumens und damit eine tiefere Vergeistigung bereits bauartbedingt verbot, ja, erfahrungsgemäß die härtesten Schädel mit Abstand tatsächlich auch die beschränktesten zu sein schienen, sah sich der qqoorische Denkschwanz, was sein Fassungs- und Leistungsvermögen anging, in der Lage, sich fast beliebigen anatomischen Herausforderungen zu stellen. Der geistige Stand eines Qqoorers spiegelte sich beileibe nicht nur in den Konsonanten seines Namens, sondern besonders eindrücklich und in allererster Linie in Größe und Erhabenheit seines Denkschwanzes wieder: An ihren Schwänzen sollt ihr sie erkennen!Die bekannt höchst empfindlichen Denkvorgänge in einen vergleichsweise nur schwach armierten, dafür aber dramatisch erweiterungsfähigen Denkschwanz zu verlagern, hatte ein Zusammenleben unter strikt sozialer Ausrichtung mit einem Minimum an Egoismen, Konflikten und Aggression zur Voraussetzung, indem man sich höchstens versehentlich, jedoch niemals absichtlich auf den (Denk)-Schwanz trat.Die Freiheit des Einen hatte zwingend dort zu enden, wo der Denkschwanz des Anderen begann!

Je voluminöser und geradliniger sich der Denkschwanz als Zeichen geistig-sozialer Reife daher bei jedem einzelnen Qqoorer entwickelt hatte, desto mehr Raum hinter sich durfte und musste er auch beanspruchen. Allerdings wurde auch von Fällen berichtet, in denen die geistige Entwicklung eben nicht so wünschenswert geradlinig erfolgt war, was sich in einem mehr oder weniger stark zur Seite gekrümmten Denkschwanz niederschlug. Der rechts- oder linkstragende Querdenker möge hierbei als abschreckendes Beispiel dienen, wurde ihm doch bereits rein umständehalber merklich häufiger auf den (Denk)-Schwanz getreten.

Strahlend schön mit einem Tick ins Rosarote schwebte indessen die Sonne Yttrixxa am türkisfarbenen Himmel von Qqoor. Zartgelbe Schäfchenwölkchen setzten herzallerliebste Farbtupfer da hinein. Laue Lüftchen strichen über eine äußerst reizvolle Landschaft, wie wenn sie diese streicheln wollten. Bevor er zur Antwort ansetzte und vielleicht auch, um etwas Zeit zu gewinnen, sich zu sammeln, versuchte der alte Qqurrggss verständlicherweise bedächtig, sich in eine etwas bequemere Stellung zu bringen.

Er saß, vielmehr lag er eher im Halbschatten eines riesigen Ggonqqi-Baumes wie hingegossen zwischen dessen moosgepolsterten Wurzeln und ließ sich von diesem herrlichen Gefühl angenehmer Geborgenheit wohlig durchrieseln. Ihm gleich gegenüber und so, dass er ihn mit den Handfüßen fast berühren konnte, hatte sich in nicht minder entspannter Haltung sein junger, quasi Ur-ur-ur- Enkel namens Qaqs niedergelassen, der sich nun anschickte, mit leuchtenden Facetten-Augen Qqurrggss Worte förmlich von dessen Lippen zu saugen.

„Wie du vielleicht schon mal gehört hast, lieber Qaqs“, ließ sich Qqurrggss hören, „läßt der Name eines Qqoorers bereits Rückschlüsse auf sein Alter, oder vielmehr seine Altersklasse zu: Da bei den Qqoorern eine Lebenserwartung von ziemlich genau 100 Jahren als so angemessen wie ausreichend betrachtet wird, steht ein ‚a’ in einem Namen für die ersten zwanzig Jahre, also den Zeitraum der Jugend. Diese Lebensphase gilt, wie du weißt, dem Erwerb mannigfacher Erfahrungen und Fähigkeiten, wie es der Jugend allgemein wohl zukommt.

So habe auch ich vor etwa 90 Jahren auf den Namen Qarq gehört.“ Ein Seufzen entrang sich ihm, als er tiefgründig fortfuhr: „Die Königin hatte wohl angenommen, mir einen einfachen und eher schmucklosen Charakter vererbt zu haben – welch zum Glück ungemeiner Irrtum..“ Er rückte sich ein andermal zurecht. „Jedenfalls, ab zwanzig im Rang eines ‚Jungerwachsenen’ hatte ich den aufstrebenden Namen Qerq führen dürfen, ab vierzig, wie du dir schon denken kannst, als ‚Erwachsener’ den glockenhellen Namen Qirg und ab sechzig im Stande eines ‚Großerwachsenen’ dann logischerweise etwas Dumpferes, nämlich Qorg. Nun aber, im letzten Fünftel meines Lebens als ‚Alt-Erwachsener’ steht mir der Vokal ‚u‘ zu..“

„Aber,“ ließ sich da Qaqs betroffen hören, „Was hat sich die Königin bloß bei meinem Namen gedacht: Qaqs..“ „Es muß an deiner Art liegen,“ entgegnete Qqurrggss ein wenig schadenfroh, „etwas froschhaftes vielleicht, doch“, schob er wohlmeinend amüsiert nach, „sei lieber froh und zufrieden, dass du ein glückliches ‚s‘ am Schluss hast..“ Er sah den armen Qaqs erschrocken zusammenzucken. Ein deutlich wahrnehmbarer Geruch nach Angst breitete sich aus, so dass Qqurrggss glaubte, tröstlich und beschwichtigend fortfahren zu müssen: „In elf Jahren wirst du ja die 20 erreicht haben und ab dann Qeqs heißen, das schmeckt doch wenigstens gut..“

Scherz beiseite, aber diese Art der Namensnennung hatte sich bezüglich jeden sozialen Austausches als äußerst praktisch erwiesen, ließ doch schon der Klang des Namens grob erahnen, auf welche geistige Entwicklungsstufe seines Gegenübers man sich ungefähr einstellen musste.

Denn einem Qqoorer, von der Wachstumsphase bis zu einem Alter von ungefähr zehn Jahren einmal abgesehen, war sein Alter nicht eben leicht anzumerken. Verfügten doch die Qqoorer über den für Insekten typischen harten, selbsttragenden Panzer aus Chitin, in dessen Innerem alle Organe und Gewebe ihren wohlgeschützten Platz fanden.

Da ein hochsozialer Umgang miteinander die Möglichkeit voraussetzte, aus der äußeren Erscheinung wie Haltung, Mimik oder anderen Merkmalen auf Freude, Trauer, Enttäuschung und viele andere Gemütszustände seines Gegenübers zu schließen, bot die hartschalige ‚Haut‘ eines Qqoorers nur ein absolutes Mindestmaß an solch direkten Lesbarkeiten: Allenfalls an der Stellung und Linienführung der Fühler, ob entschlossen gestreckt oder eher unterwürfig gebogen, aus dem Funkeln des Blickes, der Haltung der Fußhände oder der Lage des Denkschwanzes vielleicht hätten sich ansatzweise Rückschlüsse auf Alter, Stimmung oder gar Absichten seines Gegenübers gewinnen lassen. Nicht genug für eine enge und lückenlose soziale Kommunikation, wie sie auf Qqoor gewünscht und üblich war.

Achteten die Qqoorer doch Äußerlichkeiten generell eher gering: All ihre elementare, soziale Verständigung lief vielmehr auf erfolgreichste Weise über eine Vielzahl bedeutungsschwerer Düfte, die jedes einzelne Individuum mittels mehrerer Drüsen herzustellen und an vielerlei Stellen, etwa den Gelenken der Fußhände, der Fühler, am Ansatz des Denkschwanzes und wo auch immer bereitzuhalten und zu verströmen wusste – wie bei den Ameisen eben..

Jeder Qqoorer fand sich dergestalt von einem ganz speziellen Cocktail von Düften umgeben, die ein getreues Abbild seines Stoffwechsels einschließlich seiner Psyche vermittelten. Mit seiner Duftnote trug er sozusagen sein Innerstes nach außen und der ihn umgebende Duft bildete seine ‚wahre‘ Verfassung – ob er nun wollte oder nicht – durchaus ‚ehrlich‘ auf seine Umgebung ab. Nach dem einfachen Motto: ‚Gerüche lügen nicht‘, hatte ein Qqoorer so gut wie keine Möglichkeit, sein wahres ‚Ich‘ vor der übrigen Gesellschaft zu verbergen. Wo doch Deodorantien jeglicher Art streng verboten waren..

Die ‚Ehrlichkeit‘ eben dieser Duftsprache bildete die unerschütterliche Grundlage jeglichen wirklich sozialen Umgangs der Qqoorer untereinander. Eine gezielte Vorspiegelung falscher Tatsachen, zur Täuschung aufgebaute Fassaden oder gleich ganzer potemkinscher Dörfer zu egoistischen, die qqoorische Gemeinschaft schädigenden Zwecken waren auf Qqoor schlichtweg nicht möglich.

Sich kurz in ein hoffnungsvoll leuchtendes Orange hinein glühend setzte Joanna noch nachdenklich hinzu: „Auf lange Sicht aber wird der überleben, dem es gelingt, seine Energie und Tatkraft besser als alle anderen in den Dienst seiner wahren Verwirklichung zu stellen. Das erfolgreichste Modell könnte ein Mensch sein, dessen Selbstverwirklichung auf seinen sozialen Beziehungen ruht und der es vermag, seine Zufriedenheit mit einem Minimum an schädlicher Kompensation, Machtausübung und Verbrauch materieller Ressourcen zu erlangen.“

Es war beileibe nicht zu erkennen, warum der alte Qqurrggss mit den Worten: ‚Wie schön denn, damals denn, und heute denn..“ sich plötzlich aufrichtete, um mit seiner Geschichte fortzufahren. Qaqs jedenfalls, hatte diesmal ein reines Gewissen: „Natürlich gab es im Laufe der Jahrtausende riesige Umwälzungen: Die Männer gewannen ihrer fortschrittsträchtigen Ideen und ihrer wachsenden Durchschlagskraft halber immer mehr an Bedeutung, wobei die Königinnen ganz natürlicherweise streng darauf achteten, dass Ideen und Taten stets dem wahren Leben zu dienen hatten und nicht umgekehrt. Unabhängige Experten aus Wissenschaft und Kultur standen mit Rat und Tat zur Seite.

Jede Neuerung wurde daran gemessen, welchen Beitrag sie zur Erhöhung der Qualität des ganz normalen Lebens und darin vor allem der sozialen Beziehungen leisten konnte. Berücksichtigen der Folgen, langfristiges Denken, alles zum Wohle der Gemeinschaft und der Natur: Was in diesem Sinne für gut befunden wurde, erfreute sich großzügiger Förderung, was sich gegen diese Prinzipien zu vergehen drohte, fand sich schnell ausgegrenzt, zurückgestutzt und zum Scheitern verurteilt.

Nur die Bewährtesten und ganz Herausragenden durften sich der Gunst der Königin erfreuen und hatten – indirekt – die Chance zur Fortpflanzung. Männliche Höchstleistung unter weiblicher Zielführung: Der Duft der jungen Königinnen..“ Qqurrggss seufzte tiefgründig, „es waren Zeiten, in denen die Entwicklung unter stärkster Motivation mit Riesenschritten voranging:

Traten Probleme auf oder man suchte eben zum Spaß neue Lösungen, dann taten sich ein paar leistungsfähige Drohnen zusammen, die eben gut miteinander konnten, alle auf ihre Weise Spitze, mit ähnlicher Einstellung zum Ganzen. Das zeigte sich ja gleich an der Chemie, nämlich am Geruchsmix..“ „Am Geruch??“ „Na klar, als Ameisen mussten die sich doch gut riechen können! Jedenfalls, Gruppen ähnlichen Geruchsgeschmacks fanden sich da zu höchst effizienter Kooperation. ‚Hier riecht es nach meinem Geschmack..‘ galt als Kompliment und höchste Motivation zugleich.

Ganz entscheidend aber,“ Qqurrggss hielt inne, um abgrundtief zu gähnen, „das Wichtigste überhaupt, jeder erbrachte seine Leistung in erster Linie nicht für sich, sondern für die Königin als Repräsentantin der qqoorischen Gemeinschaft. Eine hohe Ehre, ihr zu dienen, für sie arbeiten zu dürfen. Welch exquisiter Genuss, als Zeichen höchster Anerkennung bei einer Audienz sich ihrem betörenden Duft gleich einer herrlichen Droge hingeben zu können! Es war wie eine ach so süße Sucht.. Das waren vielleicht Zeiten..

Natürlich,“ fuhr er, auf einen Schlag wieder realistisch werdend fort, „war das nicht von Anbeginn so gewesen. Im Mittelalter, vor vielen Jahrhunderten, mussten wir Qqoorer eine schlimme Phase von Materialismus, Macht und Gewalt überstehen, wie man berichtet. Die Königin in höchster Gefahr. Zweifelhafte Strömungen auf dem Vormarsch. Egoistische, eingebildete, machtbesessene Elemente, angeblich ‚vom Volke ermächtigt‘, nahmen sich das große Wort. Ließen sich hoffieren wie die Qötter. Nutzten die Gemeinschaft nur zum eigenen, egoistischen Vorteil aus. Schürten primitivste Konkurrenz bis aufs Messer. Teile und herrsche!

Die wertvollsten Energien in sinnlosem Gegeneinander zerrieben! Es ging ihnen nur um eigene Vorteile und persönliche Macht. Da gab es keinerlei Einsicht: Sturheit, Begriffsstutzigkeit, Rücksichtslosigkeit und großflächige Dummheit hatten das Sagen. Auf einmal sollten Gesetze ‚liberal‘, sprich, mit der Möglichkeit zum Mißbrauch ausgelegt, sogar der Gleichheitsgrundsatz ausgehöhlt werden. Die Gemeinschaft begann zu verludern. Das Schlimmste daran: Man wollte schließlich die Königin, die wohl als einzige die wahren Werte verteidigte und diesem unseligen Treiben noch hätte Einhalt gebieten können, absetzen und sie zur reinen Eierlegerin degradieren!

Outsourcen nannten sie das oder so! Doch da sammelte sie ihre Getreuen um sich, und es gelang ihnen unter ungeheuren Opfern, diese Pestbeulen von Egoisten schließlich an der Wurzel auszumerzen. Nicht auszudenken, mein Qott, wenn das anders gekommen wäre..“ Schierer Aufregung halber musste der alte Qqurrggss eine Pause einlegen. Doch fasste er sich unerwartet schnell wieder, während dem kleinen Qaqs vor Erstaunen noch der Ameisenschnabel weit offen stand.

„Ein tolles Zeitalter, danach“, fuhr er total präsent fort, „einmal die abartige Phase von Konkurrenz, Machtausübung und Materialismus überstanden, bildete schließlich umfassende geistige Vernetzung und eine höchst angenehme und förderliche Kooperation die Substanz der qqoorischen Lebenssuppe, ein bisschen beflügelnder Stress und wohldosierte Konkurrenz lediglich das Salz daran..“ Qqurrggss geriet zunehmend ins Schwärmen: „Du musst dir das mal vorstellen: Fesselnde Herausforderung bei Null Stress und viel Zeit für Schönes und Geistiges! Eine super Königin! Kultur und Philosophie in der Blüte! Und erst der Sport!

Ha, bedenke den Denkschwanz-Weitwurf! Da mussten Qegeln aus altem Ulphenbein wie beim Qugeln mit der Schwanzspitze aber möglichst weit geschleudert werden. Große Geister warfen weit! Lebensweisheiten in Fülle! Irgend so ein Rrotwein trinkender Typ Dscrte, damals einer unserer führenden Pholisophen, wusste solches geradezu meisterlich zum Ausdruck zu bringen: ‚Ich existiere, also bin ich..‘ Etwas Höhergeistigem, in solch prägnanter Kürze formuliert, bin ich noch nie begegnet. Mann, muss das irre toll gewesen sein!!“ Wohl überflüssig zu bemerken, dass nach solch geballter Geistesleistung der alte Qqurrggss sich zufrieden zurücksinken ließ, um seinen nur kurz unterbrochenen Mittagsschlaf genüsslich fortzusetzen..

An ihrem herzallerliebsten Plätzchen in Laras Bauch wohl geborgen, ließen sich Zzorqq und Joanna wonniglich von Laras wunderbar weiblichen Hormonen in einen erholsamen Dämmerschlaf spülen. Untragbar gewordenem Stress entflohen, am Geiste gestärkt und wie neu geboren begab sich Joanna nun mit Freuden an ihre sich selbst gestellte Aufgabe, sich in Laras Sinne und Gedanken einzuklinken, um ihrem weiblichen Wesen auf die Spur zu kommen. Sich in einen kosmischen Megabit-Modus der siebten Art versetzend, gelang es Joanna nach einigen einfühlend abgleichenden Versuchen schließlich, mittels mentaler Resonanzidentifikation sage und schreibe von jedem Körperteil aus die sinnlichen Eindrücke, wie auch die bewussten Gedanken Laras unmittelbar zu verfolgen.

Letztere aufzufangen hatte Joanna anfangs selbst nach mehrfachen Versuchen nicht gelingen wollen bis sie erstaunt bemerken musste, dass Lara allem Anschein nach in klassisch-bewusstem Sinne tatsächlich die meiste Zeit an gar nichts dachte, sondern anliegende Entscheidungen weitestgehend ihrem Unbewussten überließ.

Von einem fast unmerklichen Anflug schamhafter Röte heimgesucht, beliebte Joanna, weithin verwirrt und verlegen zugleich, besagte fragwürdige Erkenntnis geflissentlich vor Zzorqq zu verbergen. Was sie in der Folge jedoch noch nachdenklicher machte, war die Tatsache, dass Lara, auch ohne augenscheinlich viel bewusst zu überlegen, ihre wichtigsten Entscheidungen offensichtlich ‚aus dem Bauche heraus‘ und in feinst abgestufter Weise richtig und treffend fällte, weit besser, als dies Joanna selbst mit all ihrer übermächtigen geistigen Kapazität hätte gelingen können: Intellektuelles ‚Denken’ konnte wohl dem allwissenden Fundus des weiblichen Unbewussten nie und nimmer das Wasser reichen..

Sich nur widerwillig aus süßen Träumen von rhythmisch sich wiegenden weiblichen Hüften lösend, fand sich Zzorqq in einer geradezu ultimativ kreativen Stimmungslage wieder, was sich darin manifestierte, dass sich sein Denkschwanz so prall anfühlte, wie schon lange nicht mehr. Weit zurück in seine Jugend musste er seine Gedanken schweifen lassen, um sich an ein solch eindrückliches, eher frühmorgendliches Vorkommnis wieder zu erinnern. Welch schönes, machtvolles Gefühl! Man konnte, wenn man wollte! Ja, es war damals die Technik des Tail-Stormings (Tail-Storming ‚Schwanz-Stürmen‘, entsprach ganz dem menschlichen ‚Brain-Storming‘) gewesen, die ganz andere und neue Bewusstseinszustände hervorrufen konnte: Im Vollgefühl geistiger Potenz strafften sich sogar seine Fühler!

Um besagt prallem Denkschwanz genügend geistvollen Auslauf zu verschaffen, lag nichts näher, als ihn, vielmehr die darin zur Überfülle kreisende Geistkapazität nunmehr gezielt auf Laras Bauch und Joannas merkwürdig ins Weibliche tendierende Prozessoren zu richten. Nach seiner freilich ganz im geheimen gehegten Ansicht konnte es sich bei den angeblichen ‚Gedanken‘ Laras eh‘ nur um Eingebungen ihres zugegeben faszinierenden Bauches handeln.

Wahrscheinlich ließ letzterer ihren hübschen Blondschopf weithin unmissverständlich wissen, wonach sein ‚Sinn‘ stand und nicht umgekehrt. Seiner geistsicheren qqoorischen Logik zufolge musste wohl insgesamt und ganz allgemein der Bauch dieser Frauen als ihr eigentlicher Mittelpunkt betrachtet werden. Das Weibliche an sich fand sich ganz bestimmt im Bauche konzentriert! Wo man den so wichtigen Nachwuchs empfing und erbrütete, musste logischerweise auch das diesem dienende Verhalten bestimmt werden! Wenn wirklich alles auf der Welt, wie schon erwogen, lediglich dem profanen Zweck dienen sollte, den Fortbestand der Erbsubstanz mit größtmöglicher Sicherheit zu gewährleisten, kam außer dem weiblichen Bauche eigentlich gar nichts anderes in Frage!

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